Imkerwerkzeug

Mit drei Werkzeugen erledigst du den größten Teil der Arbeit am Volk: Stockmeißel, Abkehrbesen und Smoker. Alles Weitere — Wabenzange, Entdeckelungsgabel, Drahtspanner, Einlötgerät — kommt dazu, wenn eine bestimmte Arbeit ansteht. Kauf lieber wenige gute Teile als einen Koffer voll.

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Der Stockmeißel: das eine Werkzeug, das immer dabei ist

Er löst verkittete Rähmchen, hebt Zargen an, kratzt Propolis und Wildbau ab. Zwei Grundformen: der klassische Stockmeißel, an einem Ende flach angeschliffen, am anderen rechtwinklig abgekantet zum Hebeln und Kratzen; und der Stockmeißel mit Wabenheber (J-Form), dessen Haken sich unter den Oberträger setzt und das Rähmchen mit Hebelwirkung aus der Zarge hebt — praktisch bei Hoffmann-Rähmchen, die dicht stehen. Material: Edelstahl. Lackierter Stahl rostet an den Kanten, und Rost hat im Volk nichts zu suchen. Die Länge liegt zwischen etwa 20 und 27 cm; länger heißt mehr Hebel, kürzer passt in die Jackentasche. Eine leuchtende Farbe am Griff ist kein Schnickschnack: Der Meißel liegt im Gras, sobald du ihn aus der Hand legst.

Abkehrbesen und Wabenzange

Der Abkehrbesen fegt Bienen von der Wabe, wenn du sie zum Ernten oder Umhängen bienenfrei brauchst. Weiche, lange Borsten aus Naturhaar oder feinem Kunststoff schonen die Bienen; harte, kurze Borsten rollen sie ein und machen sie stechlustig. Kunststoffborsten lassen sich auswaschen, wenn sie mit Honig verklebt sind, Naturhaar bleibt länger weich. Die Wabenzange greift das Rähmchen am Oberträger, hebt es mit einer Hand aus der Zarge und verhindert, dass du mit den Fingern in die Bienen fasst. Sie ist Geschmackssache: Viele Imker arbeiten ohne; wer schwere Dadant-Waben hebt oder mit Handschuhen unsicher greift, schätzt sie.

Entdeckeln und Ernten

Die Entdeckelungsgabel öffnet die Wachsdeckel der Honigwabe, bevor sie in die Schleuder kommt. Gebogene Zinken ziehen den Deckel ab, ohne die Zellen aufzureißen; gerade Zinken eignen sich besser für unebene Waben. Edelstahlzinken lassen sich mit heißem Wasser reinigen und verbiegen nicht. Für zwei bis fünf Völker reicht die Gabel — ein Entdeckelungsmesser oder gar ein beheiztes Messer lohnt sich erst bei deutlich mehr Waben. Die Honigschleuder selbst führen wir nicht; die meisten Vereine verleihen eine, und im ersten Jahr ist das der bessere Weg.

Werkzeug für Rähmchen und Wachs

Wer Rähmchen selbst drahtet, braucht einen Drahtspanner — ein Zackenrad, das den gespannten Draht wellt und damit nachspannt — und ein Einlötgerät, das den Draht per Trafo erwärmt, sodass die Mittelwand einsinkt. Ein Rähmchenhalter (Wabenbock), der an der Zarge hängt, nimmt die ersten zwei Rähmchen bei der Durchsicht auf und schafft Platz zum Arbeiten. Ein Zargenheber ist erst bei vielen Völkern ein Thema. Welche acht Werkzeuge du wirklich brauchst — und was nur im Katalog gut aussieht — steht im Ratgeber.

Typische Fehler

Der größte: sich im ersten Jahr komplett auszustatten. Bei der ersten Durchsicht im Frühjahr brauchst du Stockmeißel, Besen und Smoker — alles andere hat Zeit bis zur Ernte. Der zweite: Werkzeug von Volk zu Volk tragen, ohne es zwischendurch zu reinigen; der Stockmeißel wandert von Beute zu Beute und mit ihm alles, was im Wachs sitzt. Ein Eimer mit Sodawasser oder kurz Abflammen reichen. Der dritte: Zubehör kaufen, das nicht an die eigene Beute passt — Rähmchenhalter hängen an der Zargenwand und sitzen nicht an jeder Beute gleich gut, während Stockmeißel, Besen und Gabel zu jedem Maß passen. Wenn du noch gar nichts hast, ist ein Einsteiger-Set mit Werkzeug und Kleidung meist der geradere Weg als der Einzelkauf.

Häufige Fragen

Welcher Stockmeißel für den Anfang — klassisch oder mit Wabenheber?

Wenn du Hoffmann-Rähmchen hast, der mit Wabenheber: Der Haken hebt das erste Rähmchen aus der dicht stehenden Reihe, ohne dass du es mit den Fingern greifen musst. Der klassische Meißel hebelt und kratzt besser und ist bei geraden Seitenteilen mit Abstandsstreifen die einfachere Wahl. Viele haben nach einem Jahr beide.

Edelstahl oder lackierter Stahl?

Edelstahl. Lack platzt an den Arbeitskanten ab, darunter rostet der Stahl, und der Rost landet im Volk. Edelstahl lässt sich außerdem abflammen und in Sodalösung reinigen, ohne dass etwas leidet. Der Preisunterschied ist gering, die Lebensdauer nicht.

Naturhaar oder Kunststoffborsten beim Abkehrbesen?

Beide funktionieren, wenn die Borsten lang und weich sind. Naturhaar (meist Rosshaar) bleibt weicher und lädt sich weniger auf, verklebt aber mit Honig und ist schwer zu reinigen. Kunststoffborsten wäschst du unter dem Hahn aus. Für die Ernte, bei der der Besen ständig in Honig gerät, ist Kunststoff praktischer.

Brauche ich eine Wabenzange?

Nicht zwingend. Sie hilft, wenn du mit dicken Handschuhen arbeitest, schwere Dadant-Waben hebst oder Angst hast, Bienen zu quetschen. Wer ohne Handschuhe imkert, greift das Rähmchen meist sicherer mit den Fingern. Kauf sie, wenn du sie nach den ersten Durchsichten vermisst — nicht vorher.

Entdeckelungsgabel gerade oder gebogen?

Gebogen für gleichmäßig ausgebaute Waben: Die Zinken gleiten unter den Wachsdeckel und ziehen ihn in einem Zug ab. Gerade Zinken kommen an Senken und Buckeln besser heran. Ein Edelstahlmodell mit festem Griff reicht für zwei bis fünf Völker vollkommen.

Ab wann lohnt sich ein Entdeckelungsmesser?

Erst wenn du deutlich mehr als zehn Völker erntest oder sehr gleichmäßig ausgebaute Waben hast, an denen das Messer flach entlangläuft. Für den Hobbyimker ist die Gabel schneller, weil sie Unebenheiten mitnimmt. Ein beheiztes Messer ist eine Anschaffung für den Nebenerwerb.

Welches Werkzeug brauche ich zum Drahten und Einlöten?

Einen Drahtspanner (Zackenrad), eine Ösenzange oder einen Ösenstempel, wenn die Rähmchen nicht geöst sind, und ein Einlötgerät mit Trafo. Dazu Draht und Ösen aus der Rähmchen-Kategorie und eine ebene Unterlage, ein Einlötbrett, damit die Mittelwand beim Einsinken plan liegt.

Wie reinige ich Stockmeißel und Entdeckelungsgabel?

Wachs und Propolis mit heißem Wasser und etwas Waschsoda abbürsten oder den Meißel kurz abflammen. Zwischen zwei Völkern reicht das Abflammen; so trägst du so wenig wie möglich von Beute zu Beute. Holzgriffe nicht in die Spülmaschine, Edelstahl verträgt sie.

Was ist ein Rähmchenhalter und brauche ich ihn?

Ein Bügel, der außen an der Zarge hängt und zwei bis drei Rähmchen aufnimmt. Damit schaffst du Platz in der Zarge, ohne Rähmchen ins Gras zu stellen. Er muss zur Wandstärke deiner Beute passen — bei Styroporbeuten sitzt ein Halter für Holzzargen oft schlecht. Praktisch, aber kein Muss.

Welches Werkzeug hängt vom Beutenmaß ab?

Stockmeißel, Abkehrbesen, Wabenzange, Entdeckelungsgabel, Drahtspanner und Einlötgerät passen zu jedem Maß. Maßabhängig sind Rähmchenhalter (Wandstärke), Einlötbretter (Innenmaß des Rähmchens) und alles, was in die Zarge gelegt wird: Absperrgitter, Bienenflucht, Futterzarge, Windel. Die findest du im Beutenzubehör.