Rähmchen & Rähmchendraht

Das Rähmchen ist das Teil, das du am häufigsten in der Hand hast — und dessen Maß du praktisch nie mehr wechselst, ohne Beute, Mittelwände und Zubehör mitzuwechseln. Hier findest du Rähmchen in Zander, Deutsch Normal, Dadant und Langstroth, dazu Rähmchendraht, Ösen und Nägel. Wenn du das Maß noch nicht festgelegt hast, entscheide das zuerst; alles andere hängt daran.

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Erst das Maß, dann alles andere

Rähmchen gibt es nicht „in Standardgröße“. Jedes Beutensystem hat sein eigenes Außenmaß, und nur dieses passt in deine Zargen: Zander misst 420 × 220 mm, Deutsch Normal (DNM) 370 × 223 mm, Langstroth 448 × 232 mm. Dadant gibt es in zwei Ausführungen, die sich nicht mischen lassen: Dadant US (modifiziert, auf Langstroth-Breite) mit 448 × 285 mm im Brutraum und Dadant Blatt mit 435 × 300 mm. Im Honigraum arbeiten Dadant- und Langstroth-Imker mit flacheren Rähmchen gleicher Breite. Mini-Plus ist ein eigenes Kleinformat für Mehrraum-Begattungskästchen und passt in keine Wirtschaftsbeute. Welches Maß für dich sinnvoll ist, hängt weniger vom Rähmchen ab als von deinem Verein, deinem Paten und der Beute, die du bekommst — der Vergleich der Beutenmaße geht das der Reihe nach durch.

Hoffmann oder gerade Seitenteile

Hoffmann-Rähmchen haben oben verbreiterte Seitenteile und halten den Wabenabstand von selbst, in der Regel 35 mm von Wabenmitte zu Wabenmitte. Sie stehen dicht an dicht, lassen sich schieben, ohne dass etwas verrutscht, und brauchen keine Abstandhalter. Rähmchen mit geraden Seitenteilen sind schmaler und günstiger; den Abstand hält dann ein Abstandsstreifen an der Zarge oder ein Abstandsbügel auf dem Rähmchen. Beide Bauarten passen in dieselbe Zarge, aber nicht gemischt in dieselbe Reihe: Dann stimmt der Abstand nirgends mehr.

Gedrahtet kaufen oder selbst drahten

Fertig gedrahtete Rähmchen sparen im ersten Jahr den meisten Aufwand. Wer selbst drahtet, braucht Rähmchendraht, Ösen und einen Drahtspanner. Draht gibt es aus Edelstahl oder verzinkt, meist in 0,4 mm Stärke. Edelstahl rostet nicht und übersteht das Ausschmelzen im Dampfwachsschmelzer; verzinkter Draht ist günstiger und reicht, wenn Waben nach zwei bis drei Jahren ohnehin ausgeschmolzen und die Rähmchen neu bespannt werden. Ösen aus Messing sitzen in den Bohrungen der Seitenteile und verhindern, dass der Draht sich beim Spannen ins Holz zieht — ohne Ösen lockert sich die Bespannung oft schon nach dem ersten Sommer. Je Rähmchen laufen drei bis fünf Drähte quer, bei den hohen Dadant-Rähmchen eher fünf. Wie du spannst, ohne dass der Draht durchhängt oder das Holz reißt, steht im Ratgeber.

Wie viele Rähmchen du brauchst

Eine Zander- oder Langstroth-Zarge fasst zehn Rähmchen, eine Segeberger Zarge in Deutsch Normal elf, ein Dadant-Brutraum je Ausführung zehn bis zwölf. Ein Wirtschaftsvolk mit zwei Bruträumen und einem Honigraum kommt so auf 30 bis 40 Rähmchen; dazu ein bis zwei Baurahmen (leere Rähmchen ohne Draht) für die Drohnenbrut und ein Vorrat von etwa zehn Stück für Ableger und Erweiterung. Für jedes Rähmchen brauchst du eine Mittelwand im gleichen Maß.

Typische Fehler

Der häufigste: Rähmchen nach dem Namen der Beute bestellen, ohne das Außenmaß nachzumessen. „Dadant“ allein sagt nicht, ob US oder Blatt; „Deutsch Normal“ gibt es auch in anderthalbfacher Höhe. Miss ein vorhandenes Rähmchen nach. Der zweite: Rähmchen mit Holzschutz, Lack oder Leim aus dem Baumarkt behandeln — ins Volk gehört nur unbehandeltes Holz. Der dritte: an Nägeln sparen. Ein Rähmchen, das unter einer vollen Honigwabe aus dem Leim geht, kostet mehr als eine Packung Rähmchennägel.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich, welches Rähmchenmaß meine Beute hat?

Miss ein vorhandenes Rähmchen außen, Breite mal Höhe: 420 × 220 mm ist Zander, 370 × 223 mm Deutsch Normal, 448 × 232 mm Langstroth, 448 × 285 mm Dadant US und 435 × 300 mm Dadant Blatt. Hast du noch kein Rähmchen, miss das Innenmaß der Zarge; das Rähmchen ist rundum ein paar Millimeter kleiner. Im Zweifel schick uns die Maße.

Passen Zander-Rähmchen in eine Deutsch-Normal-Beute?

Nein. Zander ist fünf Zentimeter breiter, das Rähmchen geht nicht hinein. Umgekehrt hängt ein DN-Rähmchen in der Zander-Zarge mit Luft an den Seiten, und die Bienen füllen den Spalt mit Wildbau. Maße lassen sich nicht mischen, auch nicht vorübergehend.

Hoffmann-Rähmchen oder gerade Seitenteile — was ist für Anfänger einfacher?

Hoffmann. Die verbreiterten Seitenteile halten den Abstand von selbst, du schiebst die Rähmchen einfach zusammen. Gerade Seitenteile sind nur sinnvoll, wenn deine Beute Abstandsstreifen hat oder deine Betriebsweise einen anderen Wabenabstand vorsieht. Mischen solltest du beides nicht in einer Zarge.

Edelstahldraht oder verzinkter Draht?

Beide lassen sich mit dem Einlötgerät verarbeiten. Edelstahl rostet nicht, übersteht den Dampfwachsschmelzer und lässt sich nach dem Ausschmelzen oft weiterverwenden. Verzinkter Draht ist günstiger und für Waben, die nach zwei bis drei Jahren ohnehin neu bespannt werden, völlig ausreichend. Standard ist 0,4 mm Stärke.

Wie viel Draht brauche ich für meine Rähmchen?

Je Rähmchen etwa 1,5 bis 2,5 m, abhängig von Breite und Drahtzahl. Eine 250-g-Rolle mit 0,4 mm Draht enthält rund 250 m und reicht damit für etwa 100 bis 140 Rähmchen. Für zwei Völker samt Reserve genügt eine Rolle für mehrere Jahre.

Brauche ich Ösen wirklich?

Bei Rähmchen aus Weichholz ja. Ohne Öse schneidet sich der gespannte Draht ins Holz, die Bespannung lockert sich, und die Mittelwand hängt nach einer Saison durch. Ösen werden mit einer Ösenzange oder einem Ösenstempel in die Bohrung gedrückt; alternativ kaufst du Rähmchen, die schon geöst sind.

Was sind Baurahmen und wie viele brauche ich?

Ein Baurahmen ist ein leeres Rähmchen ohne Draht und Mittelwand, höchstens mit einem schmalen Anfangsstreifen. Die Bienen bauen darin Drohnenwaben, die du verdeckelt ausschneidest — eine biotechnische Maßnahme gegen die Varroamilbe im Frühjahr. Ein bis zwei je Volk reichen; sie müssen dasselbe Maß haben wie deine übrigen Rähmchen.

Fertig genagelt oder als Bausatz?

Der Bausatz ist günstiger und lohnt sich ab etwa 50 Stück, wenn du einen Winterabend übrig hast. Zusammengesetzt wird mit wasserfestem Holzleim (D3) und Rähmchennägeln, die du in dieser Kategorie findest. Fertig genagelte Rähmchen sind rechtwinklig verleimt und sofort einsatzbereit — im ersten Jahr meist die bessere Wahl.

Wie viele Rähmchen brauche ich im ersten Jahr für ein Volk?

Rechne mit 30 bis 40 Rähmchen je Volk: zwei Bruträume und ein Honigraum, dazu ein bis zwei Baurahmen. Für einen Ableger kommen etwa fünf bis zehn dazu. Ein Vorrat von zehn Rähmchen für Erweiterung und Austausch erspart dir die Eilbestellung im Mai.

Kann ich alte Rähmchen wiederverwenden?

Ja, wenn sie stabil sind. Wachs ausschmelzen, Holz mit dem Stockmeißel abkratzen und in heißer Sodalösung abbürsten, trocknen lassen, neu drahten. Bei Rähmchen unbekannter Herkunft oder aus einem Volk mit Krankheitsverdacht lohnt das Risiko nicht — neue Rähmchen kosten weniger als ein verlorenes Volk.